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Lipödem: Tipps

Für viele Patienten und Patientinnen ist die Diagnose Lipödem zunächst ein Schock. Zwar berichten viele Betroffene, auch erleichtert zu sein, endlich eine Erklärung für ihre Beschwerden zu haben. Doch die chronische Fettverteilungsstörung ist nicht heilbar und bedarf einer konsequenten Behandlung. Nur so ist es möglich, die mit ihr einhergehenden Symptome nachhaltig zu lindern. Viele Patienten fühlen sich deshalb zunächst hilflos und suchen Unterstützung bei Familie, Ärzten und anderen Betroffenen. Wir kennen die Problematik, die mit Lipödemen einhergeht, und möchten Sie mit Rat und Tat auf Ihrem Weg begleiten. Gemeinsam finden wir für Sie die optimale Behandlung und steigern Ihre Lebensqualität.

Die einzige nachhaltige Therapie, die bei der Ursache des Lipödems ansetzt, ist die Absaugung des überflüssigen Fettgewebes (Liposuktion) in der Unterhaut. Sie kann Ihre Beschwerden dauerhaft lindern - oftmals schon nach einem oder ein paar wenigen Eingriffen. Manuelle Lymphdrainage und Kompressionstherapie können auf die Operation vorbereiten oder, bei Bedarf, im Anschluss noch für eine bestimmte Zeit angewendet werden.

Mit der richtigen Ernährung, ausreichend Bewegung und geeigneter Kleidung können Sie die Therapie unterstützen und Ihr Wohlbefinden steigern.

Die richtige Ernährung bei Lipödem

Übergewicht ist kein Auslöser von Lipödemen. Aber es kann die Erkrankung begleiten und/oder die Beschwerden verstärken. Deshalb ist unbedingt zu empfehlen, dass Sie sich gesund und ausgewogen ernähren und eventuelles Übergewicht möglichst auf ein Normalgewicht reduzieren. Hierzu bieten sich folgende Tipps an, die nicht spezifisch für Patientinnen mit Lipödem sind, sondern allgemein für einen gesunden und kalorienbewussten Speiseplan sorgen:

  1. Verzehren Sie bevorzugt mediterrane Mischkost. Diese besteht aus viel Obst und Gemüse, insbesondere Hülsenfrüchten, Nüssen und Olivenöl sowie mageres Fleisch und viel Fisch.
  2. Meiden Sie raffinierte Kohlenhydrate und verarbeitetes Fleisch.
  3. Bevorzugen Sie Milchprodukte, die NICHT fettreduziert sind.
  4. Ersetzen Sie tierische Fette durch wertvolle essenzielle ungesättigte Fettsäuren wie Omega 3 und Omega 6. Sie sind zum Beispiel in pflanzlichen Ölen (z. B. Raps- oder Distelöl) oder fettem Seefisch (z. B. Makrele) enthalten.

Die geeignete Kleidung bei Lipödem

Ein Lipödem schränkt das Wohlbefinden der Betroffenen oft stark ein. Umso wichtiger ist die passende Kleidung, die diese Wirkung nicht noch verstärken sollte. Wir empfehlen, auf fließende Kleidung und leichte Stoffe zu achten. Sie sind sehr bequem und können auf Wunsch Ihre Problemzonen kaschieren. Vermeiden Sie dagegen zu enge Kleidung. Insbesondere an den Körperstellen mit Lipödem darf sie nicht einschneiden, denn das wäre sehr schmerzhaft und über einen längeren Zeitraum hinweg kaum erträglich. Auch auf enge Gürtel und BHs sowie enge und hohe Schuhe sollten Sie verzichten.

Für viele Lipödem-Patientinnen ist es schwierig, passende Kleidung zu kaufen. Weil sich das Volumen ihrer Oberschenkel durch die Fettverteilung übermäßig vergrößert hat, sind die Hosen an dieser Stelle oft zu eng oder an anderen Stellen zu weit. Andere Patientinnen haben Probleme passende Schuhe oder Stiefel zu finden, weil ihre Beine bis zu den Knöcheln angeschwollen sind. Oft ist für den Kleidungs- oder Schuhkauf viel Geduld gefragt. Es gibt jedoch einzelne Marken und Hersteller, die sich auf Mode für Lipödem-Patienten spezialisiert haben, oder generell Maßanfertigungen machen.

Empfehlung: www.lipoedemmode.de, hier finden Sie Mode für Patienten mit Lipödem .

Wichtig: Maßangefertigt wird auch die Kompressionswäsche, die zur Unterstützung der Behandlung getragen wird. Die individuell angefertigten Kompressionsstrümpfe oder -strumpfhosen dienen dazu, die Schwellungen zu verringern und eine weitere Ausbreitung der Ödeme zu verhindern.

Welcher Sport für Lipödem-Patienten?

Bewegung gehört zu einem gesunden Leben dazu. Körperliche Betätigung kurbelt nicht nur den Stoffwechsel an und verbrennt Kalorien, sondern verbessert auch allgemein unser Wohlbefinden. Denn beim Sport schüttet der Körper sogenannte Endorphine ("Glückshormone") aus, die uns in gute Laune versetzen und unser Selbstbewusstsein stärken. Für Lipödem-Patienten und Patientinnen ist Bewegung deshalb besonders wichtig. Sie können auf diese Weise und in Verbindung mit einer kalorienreduzierten Ernährung ihre überflüssigen Pfunde verlieren, die meist die Beschwerden verstärken. Eine gesunde Gewichtsabnahme kann ein Lipödem zwar nicht heilen, aber die Symptome lindern. Jedoch ist nicht jede Sportart gleichermaßen gut geeignet.

Zu empfehlen sind vor allem Wassersportarten: Beim Schwimmen, der Aquagymnastik oder Aquaspinning übt das Wasser einen gleichmäßigen Druck auf den Körper aus, der die Kompression ersetzt und von vielen Betroffenen als sehr angenehm empfunden wird. Ein weiterer positiver Effekt ist der Auftrieb im Wasser, der das Körpergewicht reduziert und nicht nur die Beine, sondern auch Arme, Bauch und Rücken trainiert.

Aber auch andere Sportarten eignen sich für Patienten mit Lipödem. Dazu gehört zum Beispiel Wandern, (Nordic) Walking oder Aerobic.

Es geht dabei nicht um einen gezielten Muskelaufbau. Wichtig ist vielmehr, dass das Gewebe dabei entlastet und die Gelenke geschont werden. Tragen Sie deshalb unbedingt auch beim Sport Ihre Kompressionsstrümpfe (ausgenommen Wassersportarten). Ohne die Kompression hat es der Körper schwer, Blut und Lymphflüssigkeit zu transportieren. Es besteht die Gefahr, dass sich die Flüssigkeiten stauen und es zu einem weiteren Ödem kommt.

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